Im Gespräch mit Hornets-Headcoach Andy McMillan:
In weniger als einer Woche startet die Landesliga Mitte in die Saison 2026.
Trotz der intensiven Saisonvorbereitung hat Hornets-Headcoach Andy McMillan sich die Zeit genommen, einige Fragen zur bevorstehenden Landesligasaison und zum Status Quo seines Teams zu beantworten.
Hallo Andy, vielen Dank, dass Du uns für einige Fragen zur Verfügung stehst.
Das vergangene Jahr konnten die Hornets mit einer „Perfect Season“ und einer Bilanz von 8:0-Siegen abschließen.
Was hat sich seitdem im Hinblick auf den Spielerkader getan?
Wir sind in der glücklichen Lage, die Mannschaft aus dem Vorjahr fast komplett gehalten zu haben – es gab nur sehr, sehr wenige Abgänge.
Demgegenüber konnten wir uns punktuell durch Neuzugänge sogar verstärken. Es sind Spieler von den Bad Homburg Sentinels und der Spielgemeinschaft Darmstadt/Offenbach (die ja letztendlich nicht zustande gekommen ist) zu uns gestoßen.
Gerade erst hat sich uns André Jones angeschlossen, der zuletzt für die Kaiserslauern Pikes aufgelaufen ist, aber auch zum Roster der Frankfurt Galaxy gehörte –
übrigens ein Rückkehrer, der schon in Jugendtagen und bis 2019 bei den Seniors das Hornets-Jersey getragen hat.
Unser Quarterback Ferdinand Stark hat durch die Erfahrungen in der Vorsaison deutlich an Sicherheit gewonnen – er ist routinierter geworden und führt die Offense auf dem Feld sehr souverän an.
Nach seiner schweren Verletzung im Vorjahr, die ihn einen Großteil der Saison gekostet hat, ist unser Runningback Nico Walch endlich wieder fit. Zusammen mit Nicola Cucuzzella bildet er auf dieser Position ein absolutes Dream-Team, das sich vorbildlich ergänzt und den Gegner vor große Herausforderungen stellt.
Zum jetzigen Zeitpunkt bin ich mit der Situation hochzufrieden.
Gibt es Veränderungen innerhalb der Coaching-Crew?
Auch innerhalb des Trainerteams haben wir an Expertise gewonnen.
Neben der angestammten Crew mit mir als Headcoach, Pierre Sinke als Defensive Coordinator, Jörg Dangmann für die O-Line, Steven Attipoe für die Defensive Backs und Patrick Chytil als Special Teams Coordinator haben sich uns Andreas Hock für die D-Line und Tim Schwab als Linebacker-Coach angeschlossen.
Die Aufgabe des Offensive Coordinators übernimmt ab dieser Saison Atif Naeem.
Damit haben wir eine ungemein erfahrene Coaching Crew auf die Beine gestellt, die meiner Meinung nach mit zum Besten zählt, was die Region zu bieten hat.
Wie ist die Stimmung in der Mannschaft und im Trainerteam?
Was die Coaches angeht, könnte die Stimmung nicht besser sein. Wir gehen voller Zuversicht in die Saison und glauben, dass wir im Vergleich zum Vorjahr noch eine gehörige Schippe werden drauflegen können.
Was die Mannschaft betrifft: Wenn ich ganz ehrlich bin, gab es nach der Meisterschaft im vergangenen Jahr einen kleinen Einbruch. Wir sind so mühelos durch die Liga marschiert, dass der ein oder andere Spieler erst einmal auf den Boden der Tatsachen zurückgebracht werden musste. Wir sind nicht das Überfliegerteam, wie einige nach dem Vorjahreserfolg vielleicht glaubten. Das Training zu sehr auf die leichte Schulter zu nehmen, kann sich sehr schnell rächen! Es erfordert von jedem harte Arbeit und Einsatzwillen, das einmal erreichte Niveau zu halten oder sogar zu steigern.
Zum Glück war das nur ein vorübergehendes Phänomen. Mittlerweile sind die Spieler wieder geerdet und tun alles für das nächste Erfolgserlebnis. Die Jungs sind heiß!
Auf was legst Du als American Football-Coach besonderen Wert?
Da bin ich ganz „Old school“. Respekt, Disziplin und Pünktlichkeit sind mir besonders wichtig. „Stay focused“. Ohne diese Tugenden wirst Du es weder im American Football noch sonst im Leben allzu weit bringen.
Welche Ziele habt ihr euch für die neue Saison gesetzt?
Das soll jetzt nicht arrogant rüberkommen, aber alles andere als die Meisterschaft wäre eine Enttäuschung. Natürlich gibt es viele Unwägbarkeiten, aber wenn wir von Verletzungen verschont bleiben und es auch sonst keine unvorhersehbaren Rückschläge gibt, sehe ich uns am Ende der Saison ganz oben auf dem Treppchen.
Ob uns wieder eine „Perfect season“ gelingt, bleibt abzuwarten, aber wir wollen so lange ungeschlagen bleiben wie möglich.
Wie schätzt Du insgesamt die Spielstärke der diesjährigen Landesliga ein?
Durch die Neustrukturierung bietet die Liga dieses Jahr keine wirklichen Überraschungen – die Gernsheim Gladiators und Hanau Ravens sind uns aus der Bezirksliga noch wohlbekannt.
Gegen Hadamar haben wir im vergangenen Jahr im Zuge der Saisonvorbereitung ein Scrimmage gespielt, so dass wir auch die Black Goats ganz gut einschätzen können.
Als Wundertüte könnte sich Frankfurt Universe entpuppen. Der Verein steht auf einer soliden Basis und hat im Jugendbereich in den vergangenen Jahren große Erfolge gefeiert. Ob das ausreicht, um in kurzer Zeit ein schlagkräftiges Herrenteam auf die Beine zu stellen, wird sich am kommenden Sonntag zeigen. Es bleibt in jedem Fall spannend.
Welches Team siehst Du im Kampf um die Meisterschaft als größten Konkurrenten?
In der vergangenen Saison haben uns die Hanau Ravens die größten Probleme bereitet, in beiden Begegnungen waren sie durchaus auf Augenhöhe.
Ich bin mir sicher, dass sie auch diesmal alles daransetzen werden, um uns als Lokalrivalen das Leben auf dem Platz so schwer wie möglich zu machen.
Welches Spiel wird für Dich das persönliche Highlight sein?
Ich glaube, die Spiele gegen Universe und Ravens werden die stärksten Zuschauermagnete sein – auf diese beiden Begegnungen freue ich mich am meisten.
Welche Erinnerungen hast Du noch an das letzte Spiel gegen Frankfurt Universe?
Eigentlich hatte ich bereits 2010 in den Coachingbereich wechseln wollen, doch die damalige Personalsituation in der GFL2 zwang mich, meine Pläne zunächst zurückzustellen und zeitweise sogar als QB aufzulaufen, bevor wir für die zweite Saisonhälfte Andrew Robinson verpflichten konnten.
2011 habe ich dann die beiden Spiele gegen Frankfurt Universe als Offensive coordinator unter Headcoach Bernd Schmitt miterlebt.
Es war ein Spektakel. Das Rückspiel lockte um die 2.000 Zuschauer ins Herbert-Dröse-Stadion. Wir haben zwar eine empfindliche Niederlage erlitten, aber spielerisch konnten wir über weite Strecken durchaus dagegenhalten. Alles in allem erinnere ich mich gerne daran zurück.
Welche Zwischenbilanz ziehst Du – zum jetzigen Zeitpunkt – für Dich persönlich, was Deine Rückkehr als Headcoach zu den Hornets betrifft?
Ich gebe gerne zu, dass mir die Rückkehr nach Hanau anfänglich ein wenig wie ein Himmelfahrtskommando erschien. Es gab Zeiten, da hatten die Hornets nicht gerade den besten Ruf.
Dies hat sich allerdings in den letzten Jahren deutlich gewandelt.
Dank eines motivierten Vorstandes gibt der Verein mittlerweile eine sehr gute Visitenkarte im American Football-Umfeld ab. Der Jugendbereich wächst und gedeiht.
Die sportlichen Erfolge im vergangenen Jahr tun ein Übriges, um die Hornets auf die Football-Landkarte zurückzuholen.
Wenn ich einen kleinen Beitrag zu diesem Aufwärtstrend beitragen kann, habe ich mein Ziel erreicht.
Zum Saisonauftakt steht ein besonderer Leckerbissen im Herbert-Dröse-Stadion an:
Am Sonntag, dem 24. Mai 2026 erwarten die Hornets Frankfurt Universe im Herbert-Dröse-Stadion (KickOff: 15:30 Uhr).
Eintrittskarten bekommt ihr hier unserem Ticketshop oder an der Tageskasse.