U19 Reloaded – die Rückkehr

Meister der Jugendoberliga 2015…
Ungeschlagener Meister der Jugendregionalliga 2016…
Aufstieg in die GFL Juniors und ein solider Auftritt in der Jugend-Bundesliga in den darauffolgenden zwei Jahren:
Die U19 der Hanau Hornets, vom damaligen Headcoach Tony Small und dem unvergessenen Fritz Staarfänger als Defensive Coordinator in die Erfolgsspur gebracht, blickte auf eine durchaus beachtliche Bilanz im vergangenen Jahrzehnt zurück.
Namen wie David Minnemann, Justin Jüngling und Louis Jacob, die das Bild der damaligen Mannschaft prägten, besitzen in Hanau auch heute noch einen besonderen Klang. Auch der amtierende Vereinspräsident Atif Naeem und der derzeitige Finanzvorstand Jishnu Muthusamy zählten zum damaligen Kader.

Ab 2019 gelang es aufgrund des altersbedingten Ausscheidens zahlreicher Leistungsträger allerdings nicht mehr, in der Altersklasse ab 17 Jahren ein wettbewerbsfähiges Team auf die Beine zu stellen.

Dies soll sich in der kommenden Saison grundlegend ändern.
Was hat den Hornets-Vorstand bewogen, mit dieser anspruchsvollen Altersklasse einen Neustart zu wagen? Welche Erwartungen knüpft der Verein an den Restart und in wessen Händen wird die Verantwortung für die Spieler an der Schwelle zum Erwachsensein liegen?
All dies haben wir im Gespräch mit dem zukünftigen Headcoach der U19 Atif Naeem in Erfahrung gebracht.

Im September ist die zweite Saison unter dem neu konstituierten Vorstand zu Ende gegangen.
Abseits des sportlichen Erfolges: Welches Resümee ziehst Du hinsichtlich der vergangenen beiden Jahre? Was hat sich innerhalb des Verein verändert, wo besteht noch Verbesserungspotential?

Was sich in den vergangenen zwei Jahren auf jeden Fall stark verändert hat, ist die Kultur innerhalb des Vereins. Wir haben mittlerweile eine sehr familiäre Atmosphäre geschaffen, die sich vom Herrenbereich bis in die Jugend zieht.

Gleichzeitig haben wir sehr viel mehr Struktur in den Verein gebracht und verschiedene Systeme und Abläufe geschaffen. Damit sind wir aber noch lange nicht fertig. Wir wollen uns organisatorisch weiterhin professionalisieren und unsere Strukturen Stück für Stück verbessern.

Wenn ich auf die ersten beiden Jahre zurückblicke, haben wir uns sowohl sportlich als auch als gesamter Verein überdurchschnittlich entwickelt. Auf dem Platz sieht man das natürlich an den Erfolgen der Mannschaften. Aber auch als Mitglied merkt man, dass hier in relativ kurzer Zeit etwas Großes entstanden ist. Jetzt geht es darum, diesen Weg konsequent weiterzugehen und genau dort anzuknüpfen, wo wir aufgehört haben.

Wie hat sich konkret die Jugendarbeit im Verein verändert bzw. verbessert?

Wir haben mittlerweile sehr gute Jugendtrainer und Teammanager in unseren Mannschaften. Mit Noelle, die gleichzeitig Teil unseres Vorstands ist, haben wir außerdem eine sehr engagierte Jugendleitung, die viele Dinge zusammenführt und organisiert.

Ein wichtiger Schritt war unser großes Jugend-Tryout im Oktober 2025. Dadurch konnten wir sehr viele neue Jugendspieler für die Hornets gewinnen und unsere Teams entsprechend gut aufstellen.
Die einzige Altersklasse, die uns bisher gefehlt hat, war die U19. Genau diese Lücke wollen wir jetzt schließen.

Was sind die Beweggründe, zum jetzigen Zeitpunkt neben den bisherigen Altersklassen auch eine U19 ins Leben zu rufen? Was hat dafür den Anstoß gegeben?

In den vergangenen Jahren lag unser Fokus zunächst darauf, die Herrenmannschaft wieder aufzubauen und dort eine vernünftige Grundlage zu schaffen. Mittlerweile haben wir zwei Meisterschaften und zwei Aufstiege in Folge bewältigt, ohne in diesen beiden Spielzeiten ein einziges Spiel zu verlieren.

Für mich ist deshalb jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen, die nächste große Baustelle anzugehen und die U19 ähnlich nachhaltig aufzubauen, wie wir es bei den Herren gemacht haben.

Langfristig ist unser Ziel natürlich, mit der U19 wieder in der GFL Juniors zu spielen. Aber wir wollen nichts überstürzen. Zuerst müssen die Grundlagen stimmen:
Genügend Spieler, gute Trainer, vernünftige Strukturen und funktionierende Systeme. Wenn diese Basis steht, können wir uns Schritt für Schritt weiterentwickeln.

Welche Ziele hat sich der Vorstand für die erste Saison gesetzt? In welcher Liga wollt ihr starten? Wie viele Spieler sind für einen tragfähigen Spielbetrieb mindestens erforderlich und lässt sich schon absehen, aus wie vielen Spielern das Team voraussichtlich bestehen wird?

Unser erstes Ziel ist ganz klar, überhaupt wieder eine eigenständige und dauerhaft funktionsfähige U19 bei den Hanau Hornets aufzubauen – zunächst unabhängig davon, ob wir mit 9er- oder 11er-Tackle starten.

Angefangen haben wir mit 14 Spielern, mittlerweile stehen wir bereits bei 23 und haben noch zwei Tryouts vor uns. Wir haben also schon jetzt eine sehr gute Grundlage und gleichzeitig ein starkes Trainerteam.

Wir haben viele junge Spieler, die aus der U16 hochkommen und teilweise noch drei Jahre U19 spielen können. Dazu kommen neue Spieler und einige Jungs, die gerade erst mit American Football anfangen. Deshalb kann es durchaus sinnvoll sein, zunächst im 9er-Tackle zu starten, um gemeinsam die Grundlagen zu erarbeiten.

Wie wir letztendlich melden, werden wir im November anhand der Entwicklung in der Offseason entscheiden. Unser Ziel ist es, bis zum Jahresende einen Kader von ungefähr 30 bis 35 Spielern aufzubauen. Wenn man sieht, wie sich die Mannschaft aktuell entwickelt, halte ich das für ein sehr realistisches und gesundes Ziel.

Spielszenen des U16-Saisonfinales gegen die Montabaur Fighting Farmers am 13.09.2026, das Hanau mit 29:22 für sich entschied. Einige der Spieler werden in die zukünftige U19 aufrücken.

Du hast die Aufgabe des U19-Headcoachs übernommen.
Was ist Deine Motivation,  Dich mit dieser verantwortungsvollen Position bei der Jugend zu engagieren?

Für mich persönlich hat die U19 eine besondere Bedeutung, weil dort meine eigene Football-Karriere begonnen hat. Ich habe mit 16 Jahren bei den Hanau Hornets angefangen. Damals haben wir unter Head Coach Tony Small in der GFL Juniors, also der Jugend-Bundesliga, gespielt.

Mit dieser Zeit verbinde ich einige der besten Erinnerungen meiner Jugend.
Wir waren damals wirklich wie eine Familie. Die Spiele in der Jugend-Bundesliga, die gemeinsamen Auswärtsfahrten, die Heimspiele, das Training und vor allem die Freundschaften – das sind Erinnerungen, die ich bis heute mit mir trage.

Diesen Vibe und diesen Zusammenhalt, den wir damals hatten, werde ich wahrscheinlich so nie wieder erleben, und genau das macht diese Zeit für mich so besonders.
Deshalb ist der Aufbau der U19 für mich auch ein persönliches Herzensprojekt. Ich möchte den Jungs die Möglichkeit geben, ihre eigenen Erfahrungen zu machen und irgendwann genauso positiv auf ihre Zeit bei den Hornets zurückzublicken, wie ich es heute tue.

Ich freue mich sehr darauf, die Verantwortung als Headcoach zu übernehmen und den Jungs möglichst viel von dem Football-Wissen weiterzugeben, das ich mir über die Jahre angeeignet habe, unter anderem auch durch meine Erfahrungen und den Austausch mit College-Programmen in den USA.

Für mich geht es als Jugendcoach aber nicht ausschließlich um Football. Natürlich möchte ich die Jungs zu möglichst guten Footballspielern entwickeln. Gleichzeitig möchte ich ihnen Dinge mitgeben, die ihnen auch außerhalb des Sports helfen und sie dabei unterstützen, sich zu guten jungen Männern zu entwickeln.

Wer zählt noch zu Deinem Trainerstab? Was kannst Du uns zu den einzelnen Coaches sagen?

Wir haben für die U19 einen Trainerstab zusammengestellt, mit dem ich wirklich sehr zufrieden bin.

Jörg Dangmann wird unsere Offensive Line übernehmen. Er war bereits ein wichtiger Bestandteil beim Neuaufbau unserer Herrenmannschaft und ist ein sehr guter Coach mit viel Football-Wissen. Ich bin sehr froh, dass er auch bei diesem Projekt dabei ist.

Simon Otto kenne ich bereits aus meiner eigenen U19-Zeit. Wir haben damals gemeinsam als Rookies bei den Hornets angefangen. Heute gehört Simon zu den besten deutschen Cornerbacks und ist Nationalspieler. In der Offseason wird er intensiv mit unseren Defensive Backs arbeiten und uns anschließend – abhängig davon, wo er selbst in der kommenden Saison spielen wird – so gut es geht unterstützen.

Mikail Yildiz stammt ebenfalls aus unserer damaligen U19 und wird unser Defensive Coordinator. Michael hat ein sehr gutes Football-Verständnis, ist ein charismatischer Coach und bringt neben seinem Wissen auch unglaublich viel Energie in eine Mannschaft.

Matteo Madaghiele übernimmt die Defensive Line. Er spielt aktuell selbst in unserer Herrenmannschaft sowohl Offensive als auch Defensive Line, bringt viel Erfahrung mit und war bereits als Jugendcoach aktiv.

Joel Schmidt ist ein echtes Urgestein unseres Vereins und wird sich um die Linebacker kümmern. Er verfügt über sehr viel Football-Erfahrung und kennt die Hanau Hornets seit vielen Jahren.

Insgesamt haben wir damit einen Trainerstab mit großer fachlicher Kompetenz, der gleichzeitig auch eine starke Verbindung zu unserem Verein hat.

Was sagst Du einem interessierten Spieler, warum er gerade zu den Hanau Hornets kommen sollte?
Was unterscheidet den Verein von anderen? 

Für mich sind es vor allem zwei Dinge – unsere Kultur und unsere Football-Ausbildung.

Wir haben in unserem Coaching Staff sehr viel Wissen und unterschiedliche Erfahrungen gebündelt. Ich selbst hatte beispielsweise die Möglichkeit, mich in den USA mit Coaches aus großen College-Programmen auszutauschen und bei Coaches wie Kirby Smart, James Franklin oder Tray Scott sehr viel Wissen mitzunehmen. Auch Simon Otto und Mikail Yildiz haben Erfahrungen in den USA gesammelt. Darüber hinaus habe ich bis heute ein großes Netzwerk aus College-Spielern, Coaches und Recruitern.

Dieses Wissen wollen wir an unsere Jugendspieler weitergeben und ihnen eine sehr gute Football-Ausbildung ermöglichen.

Mindestens genauso wichtig ist aber die Verbundenheit untereinander. Bei uns soll sich niemand nur als irgendein Spieler fühlen. Wir haben eine familiäre Kultur geschaffen, die sich mittlerweile durch alle Bereiche des Vereins zieht. Man freut sich darauf, ins Training zu kommen, natürlich wegen Football, aber genauso wegen der Teammates, Coaches und der Menschen drumherum.

Genau diese Kombination aus Football, Entwicklungsmöglichkeiten und Gemeinschaftsgefühl macht die Hanau Hornets zu etwas ganz Besonderem.

Foto: Im Jahr 2016 errang die U19 der Hornets mit einer „Perfect Season“ die Meisterschaft in der Jugendregionalliga und sicherte sich damit den Aufstieg in die GFLJ.

Alle Fotos mit freundlicher Genehmigung von Blurred Pics