Licht und Schatten im Herbert-Dröse-Stadion

Nicht nur das Wetter zeigte am vergangenen Sonntag im Herbert-Dröse-Stadion zwei Gesichter – auch im Spiel der Radio Hanau Hornets bekamen rund 300 Zuschauer gegen die Hadamar Black Goats viel Licht, aber auch viel Schatten zu sehen. Während Lichtblicke in der Hanauer Offense eher Seltenheitswert hatten und ein ums andere Mal von vermeidbaren Fehlern überschattet wurden, strahlte die Defense mit einer Sonne um die Wette, die sich immer wieder hinter den Wolken hervorwagte.

„Dass wir im Angriff heute unsere Probleme bekommen würden, war leider zu erwarten“, bilanzierte Hornets-Präsident Lukas Ludewig nach dem Spiel. „Mit Justin Jüngling, Alexander Höhl und Marcel Herrmann fehlten uns verletzungsbedingt unsere drei besten Receiver. Unser Spiel war dadurch leider sehr ausrechenbar, auch wenn wir im Rahmen der Möglichkeiten alles versucht haben.“

Zunächst aber rollt die erste Angriffswelle der Gäste aus Hadamar, die auf eine Kombination aus Paß- und Laufspiel setzen und sich trotz erbitterter Hanauer Gegenwehr langsam, aber zielstrebig über das Feld bewegen. Am Ende dieses ersten Drives heißt es folgerichtig 0:6, der Versuch einer Two-Point-Conversion schlägt fehl.

Die Hornets haben mit ihrem ersten Angriffszug weniger Glück. Zunächst wirft ein False Start die Hausherren um fünf yards zurück, dann fumbelt Quarterback Ian Gutermann den Ball, den er nur durch einen beherzten Sprung, aber um den Preis weiteren Raumverlustes zurückerobern kann.
Hanau muß sich vom Angriffsrecht trennen.

Die Black Goats machen es nicht besser. Mit kurzen Pässen und Läufen dringen sie in die gegnerische Hälfte vor, dann hat Carlos Fontaina Matos genug gesehen und stoppt Hadamars Ballträger mit einem harten Hit.

Das erste Quarter endet mit 0:6.

Auch im zweiten Quarter bietet sich ein ähnliches Bild. Den kraftvollen Läufen der Black Goats begegnet Hanau mit entschlossenem Widerstand. Immer wieder bringen Sebastian Balczerzyk und Jamir Domingucz die gegnerischen Runningbacks schon nach wenigen yards zu Boden und unterbinden Hadamars Angriff bereits im Ansatz.
An der 20yard-Line sehen sich die Black Goats schließlich zu einem Fieldgoal-Versuch gezwungen, doch das Ei geht rechts an den Torstangen vorbei.

In der Hanauer Offense weiß vor allem Runningback Nicola Cucuzzella zu überzeugen. Immer wieder schickt ihn Gutermann auf die Reise, und mit seinen wieselflinken Läufen überwindet er yard um yard. Dann versucht es Gutermann durch die Luft, prompt endet Hanaus Angriff mit einer Interception.

Hadamar verlässt sich auf sein Laufspiel. Die ins Hanauer Team zurückgekehrten Michael Porter und Melvin Hettrich bremsen mit gekonnten Tackles die neuerliche Angriffswelle, doch auch sie können den nächsten Touchdown nicht verhindern. Nach gelungener Two-Point-Conversion bauen die Black Goats ihre Führung zur Halbzeit auf 0:14 aus.

Zur Spieleröffnung im dritten Quarter scheinen Hanaus Footballhornissen gedanklich noch nicht auf dem Platz zu sein. Der Kick Off der Black Goats bleibt in der Hanauer Spielhälfte auf Höhe der 30yard-Line liegen, ohne dass ein Offensespieler den Versuch macht, den freien Ball zu sichern. Folgerichtig erobert Hadamar den Ball schon nach wenigen Sekunden zurück und bestraft die Unaufmerksamkeit der Gastgeber mit einem weiteren Touchdown zum 0:20. Der Versuch einer weiteren Two-Point-Conversion scheitert.

Wieder umkurvt Nicola Cucuzzella Hadamars Abwehrspieler wie Slalomstangen und erläuft ein neuerliches First Down. Hanaus Pass-Spiel ist an diesem Tag dagegen weit weniger erfolgreich – erneut landet ein weiter Pass in den fangbereiten Armen eines gegnerischen Defensespielers.

Doch dieses Mal haben die Black Goats die Rechnung ohne Michael Porter gemacht. Kurz vor der Hanauer Endzone unterläuft auch Hadamars Quarterback ein Fumble. Gedankenschnell wirft sich Porter auf den freien Ball und erobert das Angriffsrecht für Hanau zurück. 

Die „Abteilung Attacke“  der Hornets versucht noch einmal alles, um zumindest den Ehrentouchdown aufs Scoreboard zu bringen. Nur noch zwei yards fehlen zum nächsten First Down. Mit vereinten Kräften stemmt sich die gesamte Offense der Abwehrreihe der Gäste entgegen und schiebt Ian Gutermann über die unsichtbare Ziellinie. Leider gelingt es Hanau nicht, weiter Richtung Hadamars Endzone vorzudringen. Mit einem gescheiterten Puntfake finden die Angriffsbemühungen der Hornets ihr Ende.

Im vierten Quarter besiegelt Hadamar mit zwei weiteren Touchdowns die Niederlage der Hausherren und schraubt den Endstand auf 0:32.

Trotz der deutlichen Niederlage findet die Coachingcrew der Hornets nur lobende Worte für ihre Schützlinge.
„Die Defense hat heute eine bärenstarke Leistung abgeliefert“, resümiert Headcoach Tony Small im abschließenden Huddle, „wir haben nur einen Touchdown pro Quarter zugelassen, nur im letzten Quarter mußten wir dem Kräfteverschleiß Tribut zollen. Im Vergleich zum Hinspiel haben wir Hadamar deutlich die Grenzen aufgezeigt. Ich bin wirklich stolz auf euch.“

Den Aufwärtstrend können die Radio Hanau Hornets am Sonntag, dem 27. August 2023 im Heimspiel gegen die Fulda Saints bestätigen. Kick Off ist wie gewohnt um 15:30 Uhr.

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QB Ian Gutermann #7
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Herausragend in der Offense: Runningback Nicola Cucuzzella #31
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mit vereinten Kräften zum First Down
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Davor Vukoje #34 setzt einen wohlplatzierten Tackle
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Mit Unterstützung von Melvin Hettrich #30 (am Boden) und Michael Porter #23 (links) unterbindet Domenic Drnovsek (#70) einen Angriff
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Mit vereinten Kräften bringt die Hanauer Defense den Runningback der BlackGoats zu Boden

Alle Fotos:
BLURRED PICS / Ilja Peer Tripp