Sa, 13.06.2015: C-Jugend-Turnier in Rodgau

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Dieser Spieltag der C – Jugend begann mit viel Aufregung:
Die Rodgauer hatten – ein absolutes Novum in der Jugendfootballszene – dafür gesorgt, dass die Eltern, welche Ihre Kinder im Alter von 10 bis 14 zu diesen Spielen fahren, erstmals 3,- Euro Eintritt für das Betreten des Geländes bezahlen müssen. Sowas hat es in dieser Jugendspielklasse noch nie gegeben und es erstaunt, dass ein großer Verein wie der TGM SV Jügesheim solch einen Jugendspieltag nutzt, um von den Eltern abzukassieren. Beim Fussball beispielsweise wäre dergleichen undenkbar.
Besonders hart traf dies eine Hanauer Familie, die mit Geschwistern und Opa angereist war, diese musste gleich sechs Mal Eintritt bezahlen – armes Rodgau.

Kurz vor Turnierbeginn bemerkte Mo – Machine, dass er seine Footballschuhe vergessen hatte.
Es fand sich ein hilfsbereiter Vater, der ihn nochmal nach Hause fuhr, um seine Schuhe zu holen. Mo – Machine versprach, sich dafür mit einem Touchdown zu bedanken.

Im ersten Spiel besiegten die Darmstadt Diamonds die Rodgau Pioneers deutlich mit 21:0.

Nun stand die Begegnung der beiden Meisterschaftsfavoriten Darmstadt und Hanau an, die beide ihre bisherigen Ligaspiele siegreich bestreiten konnten.
Es war ein sehr hartes und kämpferisches, doch stets faires Spiel, welches auf beiden Seiten von den Defenses dominiert wurde.
Bei Hanau konnte sich immer wieder D-Liner David Thomas, der trotz einer Knieverletzung in diese Partie gegangen war, mit wichtigen Tackles in Szene setzen.
Großes Pech hatte Simon Domes, der eine Interception abfing und über das ganze Feld in die Darmstädter Endzone zurücktrug – dieser Touchdown wurde aber wegen einer Strafe nicht gegeben. Mit 0:0 ging man in die Halbzeit, die Mo – Machine nutzte, um mit einer engagierten Ansprache seine Teamkameraden zu motivieren.
Zunächst gingen in der zweiten Spielhälfte jedoch die Diamonds mit 6:0 in Führung.
Dann löste Mo-Machine sein Versprechen ein und erzielte seinen Touchdown zum verdienten Ausgleich für die Hornets. Die Chance zum Extrapunkt allerdings wurde leichtfertig vergeben.
Bei auslaufender Uhr fing Domes erneut eine Interception, doch diesmal wurde sein Return kurz vor der Endzone gestoppt, beide Teams trennten sich mit einem gerechten 6:6 – Unentschieden.

Im letzten Spiel des Turniertages traf Hanau auf die Gastgeber aus Rodgau, welche während der Saison bereits einmal souverän besiegt worden waren. Diesmal jedoch bekamen die Hanauer das Spiel einfach nicht in den Griff. Die Offenseline, die dem Gegner körperlich deutlich überlegen war, erwies sich heute als Totalausfall, beim Laufspiel gab es keine Blocks und beim Passspiel hatte Quarterback Chris Jenner nie genügend Zeit, einen Pass zu platzieren. Er war immer auf der Flucht und musste Sacks hinnehmen, welche zu großem Raumverlust führten.
Hatten die Hornets zunächst kein Glück, kam nun auch noch Pech dazu.
Zweimal konnte die Defense einen Rodgauer Fumble erobern, in beiden Fällen entschieden die Referees gegen Hanau.
Der Versuch, das Defensekonzept umzustellen, um mehr Druck auf der Linie zu bekommen, sollte sich ebenfalls als unglückliche Entscheidung erweisen, denn dies nutzte Rodgau clever für Pässe und Läufe über außen.
So kam es, wie es kommen mußte: Die Pioneers gingen mit 6: 0 in Führung.
Hanau reagierte völlig verunsichert und konfus, die klare Linie war nun völlig abhanden gekommen.
Zwei weitere Spieler durften sich in den Schlussminuten als Quarterback versuchen, doch auch sie konnten das Ruder nicht mehr herumreißen.
Die Rodgau Pioneers gewannen dieses Spiel, auch weil sich die Mannschaft gegenüber dem Hinspiel deutlich verbessert zeigte – die Rodgauer Coaches hatten ihr eigentlich unterlegenes Team perfekt auf den Gegner aus Hanau eingestellt, während man sich auf Hanauer Seite wohl zu siegessicher war und es dann nicht mehr schaffte, mit entsprechenden Adjustments während des Spieles zu reagieren.

Hanau hat es allerdings immer noch selbst in der Hand, die Hessenmeisterschaft für sich zu entscheiden. Bei zwei Siegen am nächsten Wochenende in Marbug gegen die Mercenaries und die Darmstadt Diamonds wäre der Titel wieder in Hanau, doch dafür müssen die Spieler und Trainer die beiden verbleibenden Trainingseinheiten optimal nutzen und aus den Erfahrungen dieses Spieltages die richtigen Rückschlüsse ziehen.
Drücken wir allen die Daumen, das dies gelingt und Hanau sich am nächsten Wochenende die Hessenmeisterschaft sichern kann.

Text: Holger Weishaupt
Fotos: Ilja Peer Tripp (urheberrechtlich geschützt)

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