U19: Phantomschmerzen bei Heimpremiere

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Mehrere hundert Zuschauer hatte das GFLJ-Heimspieldebüt der Hanau Hornets ins Herbert-Dröse-Stadion gelockt.
Gegner waren ausgerechnet die Wiesbaden Phantoms, die die GFLJ Mitte in der vorangegangenen Saison nach Belieben dominiert hatten.

Hanau ist zuerst im Angriff, kommt aber nicht in Reichweite der gegnerischen Endzone und muss punten.
Die Gäste nutzen im Gegenzug gleich ihre erste Chance: Mit effizientem Laufspiel bewegen sie sich über das Feld, dann noch ein kurzer Paß – und schon steht ein Phantom in der Hanauer Endzone.  Der Extrapunkt allerdings geht fehl – es steht 0:6.

Die Hornets setzen zunächst auf Laufspiel. David Minnemann tankt sich Yard für Yard nach vorne, es ist ein verbissener Kampf um jeden noch so kleinen Raumgewinn.

Quarterback Louis Jacob dringt mit einem tollen Lauf bis an die 16yard-Line vor. Nach einem Paß auf Patrick Warnecke liegt der Ball fünf yards vor der Endzone. Minnemann kämpft sich ins gelobte Land zum 6:6. Der Extrapunktversuch wird von Wiesbaden geblockt.

Im zweiten Quarter fumbeln die im Angriff befindlichen Wiesbadener den Ball.
Die Hornets kommen erneut in Ballbesitz und starten an der eigenen 17yard-Line ihren Feldzug. Weiter als bis zur Mittellinie kommen sie aber trotz eines gut getimten Passes auf Justin Jüngling nicht.

Der Punt geht bis in die Endzone, Wiesbaden beginnt an der eigenen 20yard. Doch auch die Phantoms kommen nicht weit, dann fängt Kevin Urban den Ball ab – Interception, und die Hornets kommen erneut in Ballbesitz.

Die Defense der Wiesbadener steht gut, das Angriffsrecht wechselt an der Wiesbadener 20yard-Line nach einem ausgespielten vierten Versuch.

Mit machtvollem Laufspiel pflügen die Phantoms über das Feld. Besonders Jonas Fay ist nicht zu stoppen und stürmt zum 06:12 in die Endzone. Die Two-Point-Conversion gelingt allerdings nicht.

Hanau fumbled in seinem nächsten Drive den Ball nahe der Mittellinie, von wo nun der nächste Wiesbadener Angriff beginnt. An der Hanauer 25yard ist Endstation für die Phantoms. Mit 6:12 geht es in die Halbzeitpause.

Unmittelbar nach Wiederanpfiff startet Wiesbaden einen sehr entschlossenen und kraftvollen Angriff. Etienne Cardoso beweist mit seinen Läufen enorme Durchschlagskraft, und kaum hat das Quarter begonnen, vollendet Nico Strahmann den Drive zum Touchdown. Nach geglückter Two-Point Conversion steht es 6:20.

Die Hornets wollen sofort antworten und tragen einen sehr guten Angriff vor. Viele gute Läufe von Minnemann und dem wieselflinken Jacob sowie Pässe auf Herrmann und Jüngling bringen die Hornissen in eine gute Position – und das trotz vieler Strafen, die den Hanauern empfindlichen Raumverlust bescheren.

Justin Jüngling fängt den Ball zum Touchdown, doch dieser wird aberkannt.
Warum ? Das weiß eigentlich keiner so genau…

Hanau setzt unverdrossen seine Angriffsbemühungen fort.
Minnemann sprintet mit einem unwiderstehlichem Lauf bis in die Wiesbadener Endzone, aber auch diesem Touchdown bleibt – diesmal wegen eines unerlaubten Blocks in den Rücken abseits des Spielgeschehens – die Anerkennung verwehrt.

Nun ist Jacob on fire! Erst läuft er selbst über das halbe Feld zum Touchdown, dann gelingt ihm auch die Two-Point-Conversion zum Spielstand von 14:20.
Wiesbaden fühlt den heissen Atem des Verfolgers im Nacken.

Das vierte und letzte Quarter beginnt, Wiesbaden startet an der Mittellinie.
Dann ist es passiert: Per Laufspiel über Cardoso und Fay erhöht Wiesbaden den Abstand postwendend wieder auf 14:26.

Das Momentum ist nun ganz auf Seiten der Phantoms, während Kraft und Konzentration bei den Hornets nachzulassen scheinen. Ihr Drive stockt früh, und Wiesbaden nutzt die nächste Chance, um die Führung auf 14:34 (TD + TPC) auszubauen.

Die Hornets geben nicht auf und wehren sich verbissen gegen die drohende Niederlage, aber sie können nicht mehr punkten.

Wiesbaden erzielt noch ein Fieldgoal zum 14:37-Endstand, der auf dem Papier nach einem deutlichen Sieg der Phantoms aussieht, während es in Wirklichkeit über weite Strecken ein hart umkämpftes Match auf Augenhöhe war.

„Die zweite Niederlage, der zweite Weckruf“, ist von den Coaches zu vernehmen. „Die Trainingsbeteiligung muss besser werden“, mahnen unisono Trainer und auch einige Führungsspieler.
„Es macht keinen Spaß zu verlieren, stimmts ?“ bringt es Justin Jüngling auf den Punkt. Und die hängenden Köpfe seiner Teammates geben ihm recht.

Das Schlusswort hat Jugendleiterin Nicki Jacob:
„Die Line hat einen Superjob gemacht und kommt in der medialen Aufmerksamkeit leider immer ein wenig zu kurz.
Deshalb möchte ich hier noch einmal ganz nachdrücklich die überragende Leistung von Tim Seibert (#71, OL), Luca Ozan Hebel (#59, Center), Dennis Mandausch (#76, OL), Nouredin Nouili (#73, DE /Punter), Lucas Überrück (#58, DL /OL) und „Mini Mo“ Yildiz (#61, DT) unterstreichen“.

Bereits am kommenden Sonntag kann das Team gegen die Marburg Mercenaries beweisen, dass die mahnenden Worte der Trainer Gehör gefunden haben.

Text: Dagmar Gluth-Tripp
Fotos: Mit freundlicher Genehmigung von BLURRED PICS

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