Seniors: Zum Abschied einen Sieg im Derby

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Ordentlich hängt das Trikot mit der 55 auf dem Bügel. Fast zärtlich streichelt Heiko Leichsnering über das königsblaue Trikot.
Am kommenden Sonntag (Kick off: 15:30 Uhr) wird der 45-jährige beim Derby gegen die Rodgau Pioneers zum letzten Mal als aktiver Spieler auflaufen.
„Ich wusste, dass es schwer wird, aber dass es so schwer wird, hätte ich nicht gedacht“, sagt der Hanauer Footballoldie, der nach dem Spiel die Pads an den berühmten Nagel hängen wird. „Es war einfach eine tolle Zeit“, fasst der Hanauer Defense-Chef die letzten zwanzig Jahre kurz und knapp zusammen.
Über die Mühlheim Sharks und Neu-Isenburg Jets landete Leichsnering im Millenniumjahr bei den Hornets. Nur zwei Jahre später konnte er mit dem Aufstieg in die zweite Bundesliga einen ganz besonderen Erfolg feiern: „Das war schon Klasse – vor allem die Aufstiegsparty !“ schmunzelt der Mann, der nun in Footballrente geht.
Im Jahr 2003 trennten sich vorübergehend die Wege. Nach einer mehrjährigen Footballpause streifte sich Leichsnering 2012 das Hornissentrikot wieder über.
Am Sonntag schließt sich somit der Kreis einer zwei Jahrzehnte währenden Karriere.

Das Verhältnis zu Hornetsheadcoach Michael Myers beschreibt er als ein ganz besonderes. Viele Jahre spielten sie zusammen, und als Myers bei den Hornets als Coach anheuerte, war es für Leichsnering keine Frage, in welchem Trikot er zukünftig auflaufen würde: „Im Laufe der Jahre hat sich eine enge Freundschaft entwickelt. Michael ist heute mein bester Freund – und war auch mein Trauzeuge“.

Dass er seine Karriere in Hanau beendet, ist kein Zufall.
„Als ich nach der Pause wieder spielen wollte, zeichnete sich bereits ab, dass in Hanau etwas Besonderes beginnt. Das Umfeld und die Leute waren einfach klasse, und spätestens, als Michael zu dieser Truppe stieß, war klar, wo ich spielen wollte“, erklärt der Polizist, der Zeit seines Lebens in der Defense spielte.

„Heiko ist ein echter Führungsspieler, der seine Erfahrung an die jungen Spieler weiter gibt und sich immer in den Dienst des Teams stellt“, lobt Headcoach Michael Myers den Hanauer Footballdino und überlässt seinem scheidenden Linebacker die Vorschau auf den letzten Spieltag dieser Saison.


Statistisch gesehen spricht alles für Hanaus Footballhornissen. Bisher konnten die Hornets alle Derbys für sich entscheiden.
Das Hinspiel gewannen die Hornets mit 27:6. “Da haben wir uns gerade im ersten Quarter sehr schwer getan“, blickt Leichsnering zurück, der mit dem bisherigen Verlauf der Saison insgesamt zufrieden ist.
„Wir konnten viele neue Spieler integrieren und uns als Aufsteiger in der Liga etablieren“, ist die kurze Bilanz des stolzen Familienvaters, der allerdings vor den Pioneers warnt: „Das wird am Sonntag quasi so wie das erste Spiel der Saison. Beide Teams haben eine lange Pause hinter sich, und keines der Teams ist im Spielrhythmus. Die Karten sind komplett neu gemischt. Der Hinspielerfolg zählt nicht mehr.
Wir müssen vor allem in der Defense konzentriert zu Werke gehen, und das gesamte Team muss noch einmal alles geben, um als Sieger vom Platz zu gehen“, verspricht die Hanauer 55 ein hart umkämpftes Derby.

„Heiko ist eine emotionale Dampframme. Ich glaube, das wird am Ende der Partie nicht ohne Tränen abgehen. Mit Heiko geht ein ganz Großer und ein ganz besonderer Mensch, der immer ein offenes Ohr für die Nöte anderer hat“, ist Pressesprecher Achim Korn von einem emotionalen Spielende überzeugt.

Nach seiner aktiven Karriere wird Leichsnering den Hornets erhalten bleiben. „Ich gehe davon aus, dass Heiko in den Trainerstab wechselt“, orakelt Hornissenchef Michael Myers. Auch Leichsnerings Ehefrau Jenny ist davon überzeugt: „Das Wichtigste ist für Heiko die Familie – und die Hornets gehören nun einmal zur Familie dazu“, meint sie mit einem Lächeln.

„Mit einem Sieg abtreten – das hätte schon was !“ lächelt Leichsnering wehmütig zum Abschluss – und kann davon ausgehen, dass seine Hornetsfamilie alles daran setzen wird, diesen Wunsch zu erfüllen.

Text: Achim Korn
Foto: Mit freundlicher Genehmigung von BLURRED PICS (Archivbild)